Donnerstag, 19 September 2019 10:33

Gefahr aus dem Netz

Es ist das schlimmste Szenario, dass sich ein Unternehmer vorstellen kann: Plötzlich geht nichts mehr. Ein Hacker hat sich Zugang zum System verschafft und alle Daten verschlüsselt.

Er fordert drei Bitcoins als Lösegeld, was zu diesem Zeitpunkt 17.000 Euro entspricht. Das Unternehmen schaltet sofort die Polizei und das Landeskriminalamt ein. Die Beamten nehmen die Ermittlungen auf, können die Verschlüsselung aber nicht aufheben. Den Geschäftsführern läuft die Zeit davon. Schließlich entscheiden sie sich dafür, eine externe IT-Firma einzuspannen, die einen Entschlüsselungs-Code programmieren soll. Mehrere tausend Euro wechseln per Blitzüberweisung den Besitzer. Es dauert noch einmal einige Tage, bis der Firma der Durchbruch gelingt. Die Daten sind wiederhergestellt, die Mitarbeiter des Unternehmens können wieder arbeiten.


Cyber CrimeIT-Berater und Datenschutz-Experte Mike Hackstein, Geschäftsführer unserer IT-Gesellschaft TMH Solutions GmbH hat den Fall begleitet und die ergriffenen Maßnahmen gesteuert.

Im Westfälischen Industrieklub schilderte er den Gästen unserer Kooperationsveranstaltung zum Thema „Cyberattacken“ sehr praxisnah, wie gefährlich ein solcher Hacker-Angriff für Unternehmen sein kann und welche Notfall-Strategien am besten greifen.


Ziel solcher Attacken sind in der Regel Erpressung, Daten-Diebstahl oder Spionage, verdeutlichte Ministeriums-Vertreter Henning Voß. Die Gefahr sei absolut ernst zu nehmen. „Jedes zweite Unternehmen in NRW ist bereits Opfer eines Spionageversuchs geworden – das sind rund 400.000“, erklärte der Referent für Wirtschaftsschutz.

Häufig sei nicht einmal großes technisches Know-How dafür notwendig. „Viele Informationen sind im Netz frei verfügbar“, so Henning Voß. Hackern reicht manchmal schon die E-Mail-Adresse eines einzelnen Mitarbeiters, um eine Nachricht mit Schadprogrammen zu versenden. Diese Adressen sind häufig ganz offen auf der Website zu finden. Je mehr ein Unternehmen von sich preisgibt, desto leichter haben es Hacker, ein Einfallstor für einen Angriff zu finden.

Da sich viele Unternehmen im digitalen Zeitalter nicht ohne massive Umsatz-Einbußen oder Image-Verlust aus dem Netz zurückziehen können, müssen sie die richtigen Schutzmaßnahmen ergreifen und sich nicht zuletzt gegen finanzielle Schäden absichern.

Cyber Crime Praline

Wie eine solche Versicherung aussehen kann, erklärte André Ferch, Prokurist der S-Finanzdienste Dortmund GmbH. Er beschrieb in seinem Vortrag, wann Cyber-Versicherungen greifen, wo die Grenzen liegen und welche Erfahrungen seine Kunden bereits mit Attacken im Netz gesammelt haben. 

„Vielen ist das Ausmaß der Gefahr gar nicht bewusst gewesen“, zog audalis-Partner Olaf Becker nach der Veranstaltung Bilanz. Die Herausforderung sei heutzutage, den Spagat zwischen einer offenen Informationskultur und größtmöglicher Sicherheit zu meistern.

Um unsere Mandanten in diesem Bereich bestmöglich beraten zu können, haben wir bei audalis ein eigenes Fachteam „Digitalisierung“ gegründet, dem auch der IT-Berater und Datenschutzexperte Mike Hackstein angehört.

Wir begleiten Unternehmen nicht nur auf dem Weg zu einer digitalen Arbeitsweise, sondern erstellen auch umfassende Sicherheitskonzepte. So sind unsere Mandanten gegen Gefahren aus dem Netz bestmöglich geschützt.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok