Organschaft Empfehlung

Personengesellschaften können als umsatzsteuerliche Organschaft einbezogen werden

Durch höchstrichterliche Rechtsprechung wurde klargestellt, dass auch Personengesellschaften in die umsatzsteuerliche Organschaft einbezogen werden können. Nun stellt die Finanzverwaltung in ihrem BMF-Schreiben vom 26.05.2017 ihre Sichtweise dar. Da die umsatzsteuerliche Organschaft bei Erfüllung der Voraussetzungen automatisch entsteht, besteht Handlungsbedarf. Es ist zu überprüfen, ob die Personengesellschaft Teil einer umsatzsteuerlichen Organschaft sein soll oder nicht.

Mit dem BMF-Schreiben vom 26.05.2017 stellt die Finanzverwaltung klar, dass auch Personengesellschaften als Untergesellschaft (sogenannte Organgesellschaft) in die umsatzsteuerliche Organschaft einbezogen werden kann. Die Voraussetzungen bleiben dabei die

  1. a) finanzielle,
  2. b) organisatorische und
  3. c) wirtschaftliche Eingliederung.

Allerdings gilt verschärft für Personengesellschaften, dass de facto die Personengesellschaft – unmittelbar oder mittelbar – zu 100 % in den Organträger eingegliedert sein muss (bei Kapitalgesellschaften reicht grundsätzlich eine 50%ige Beteiligung). Darüber hinaus hat die Finanzverwaltung klargestellt, dass jede Personengesellschaft (GbR, OHG, KG etc.) in die umsatzsteuerliche Organschaft einbezogen werden kann.

Grundsätzlich sind die neuen Regelungen des BMF-Schreibens in allen verfahrensrechtlich noch offenen Fällen anzuwenden. Es erfasst daher auch gegenwärtige und vergangene Veranlagungszeiträume. Die Neuregelung wird jedoch im Grundfall erst auf nach dem 31.12.2018 ausgeführte Umsätze angewendet. Eine frühere Anwendung ist zwar auch möglich, sie setzt aber voraus, dass sich die am Organkreis Beteiligten bei der Beurteilung des Umfangs der umsatzsteuerrechtlichen Organschaft übereinstimmend auf die neuen Ausführungen berufen.

Unternehmen mit Personengesellschaften haben zwar bis zum 31.12.2018 Zeit, sich auf die „neue Reichweite“ einer umsatzsteuerlichen Organschaft einzustellen, Handlungsbedarf ist aber schon jetzt angezeigt. Denn zum einen kann es von Vorteil sein, die neuen Regelungen bereits jetzt und ggf. auch für vergangene Veranlagungszeiträume anzuwenden. Zum anderen ist die Organschaft selbst nicht wählbar. Auch müssen Maßnahmen, um eine Organschaft herbeizuführen oder zu vermeiden, vor dem 31.12.2018 ergriffen werden.

Sprechen Sie deshalb bitte frühzeitig Ihren audalis-Berater an und sichten Sie Ihre Unternehmensstruktur bereits jetzt! Wir stehen gerne für weitere erläuternde Gespräche zur Verfügung.

 

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