Zu Gast aus "Great Britain"

Der 17-jährige Engländer Alexander Marmor hat ein Praktikum bei audalis absolviert und dabei viel über die unterschiedlichen Kulturen gelernt

Das deutsche Frühstück - das hat Alexander Marmor einfach begeistert. So viel Auswahl ist er von daheim nicht gewohnt. „In England gibt es morgens meist eine Schale Kelloggs – das war`s“, erzählt er lachend. Eine Woche lang war der 17-Jährige zu Gast in Deutschland und hat während dieser Zeit im Rahmen eines Praktikums in unserer Kanzlei ins Arbeitsleben hinein geschnuppert.

Der junge Brite ist Deutschland eng verbunden. Seine Mutter und seine Großmutter stammen von hier. Außerdem steht sein Vater als Partner der Kanzlei „Sherrards Solicitors“ über den internationalen Alliott-Verbund in engem Kontakt mit unserer Kanzlei. Für Alexander Marmor Grund genug, im Ausland Berufserfahrung zu sammeln.

Dabei sind ihm viele Dinge aufgefallen, die im deutschen Arbeitsleben anders laufen als in „Great Britain“. Den kurzen Plausch auf dem Flur mit Kollegen, das nette Gespräch an der Tür gebe es in Deutschland weniger. „Die Arbeitsmoral ist sehr ausgeprägt sagt er. Die Mitarbeiter seien so konzentriert, kaum abgelenkt vom Smartphone und privaten Dingen. „Und wenn jemand Geburtstag hat, wird kurz Kuchen gegessen und dann direkt weitergearbeitet“, beschreibt der junge Engländer. Der Fleiß der Deutschen – wohl eher Realität als Klischee.

Dafür sei der Dresscode in der Steuer- und Finanzbranche in England sehr viel strenger. Dort sei es undenkbar, dass ein Steuerberater oder Rechtsanwalt mal etwas legerer zur Arbeit kommt – selbst an Tagen ohne Mandantenkontakt. „Everyone wears a suit“, sagt Alexander Marmor. Jeder trägt einen Anzug. Das sei besonders in den heißen Sommermonaten manchmal kaum auszuhalten.

An solchen Tagen hilft nur ein kühles Getränk. Die leere Flasche landet danach aber direkt im Müll. Ein Pfandsystem für Plastikflaschen nach deutschem Vorbild kennt man in Großbritannien nicht. Für Alexander Marmor war es ungewohnt, leere Getränkebehälter aufzubewahren. Ebenso ungewohnt wie die Leidenschaft vieler Deutscher für ihren Fußballsport. „It`s really like a religion in Germany“, beschreibt Alexander Marmor lachend. Besonders in Dortmund.

Trotz der vielen kleinen und großen Unterschiede hegt der 17-Jährige viel Sympathie für Deutschland. Nach dem Abitur möchte er die Landessprache und die Geschichte studieren, am liebsten mit einem Zweitfach im wirtschaftlichen Bereich. „Germany has a really good economy“, erzählt Alexander Marmor. Der  „flow of money“, der Weg des Geldes innerhalb einer Gesellschaft, habe ihn schon immer interessiert.

Ein tieferer Einblick in wirtschaftliche Zusammenhänge bot sich dem jungen Briten auch während seines Praktikums in unserer Kanzlei. Er arbeitete in verschiedenen Abteilungen aus dem Steuer- und Rechtsbereich, um das breite Spektrum von audalis kennenzulernen. Es hat ihm viel Spaß gemacht, erzählt er am Ende der Woche. Er habe viel gelernt, viele nette Mitarbeiter getroffen und spannende Erfahrungen gesammelt, an die er sich „back home“ gern erinnern wird.

Gelesen 542 mal