Grund zur Klage?

Hier kann man sich nur wundern....

Es wundert immer wieder, welche Gegebenheiten bei Urlaubern Grund zur Klage geben können.

Blondiert? Obacht beim Baden im Hotelpool!
Eine Urlauberin mit blondiertem Haar kam nach einem Bad im Pool aufgrund eines zu hohen Chlorgehalts im Wasser mit einem grünen Schopf wieder aus dem Becken. Die Urlaubsfreude war im Zuge dessen erheblich getrübt.

Das Amtsgericht Bad Homburg sprach der Dame eine 10%ige Reisepreisminderung zu. Ein Schmerzensgeld gab es jedoch nicht - die Klägerin hatte keine Badekappe getragen und stand in der Vergangenheit nachweislich bunten Haarfarben nicht abgeneigt gegenüber (2 C 109/97-10).

Wellengang als Minderungsgrund
Ein Wiesbadener verlangte eine Minderung des Reisepreises, weil er im Zuge zu hoher Wellen das Meer nicht so genießen konnte, wie er es sich vorgstellt hat.

Das Landgericht Hannover wies seine Klage zurück (1 O 59/09).

Und nochmal das Wetter
Wegen nasskalten Wetters am Roten Meer verlangte ein Urlauber vor dem Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt den Reisepreis erstattet.

Auch hier wurde die Klage abgewiesen (10 C 801/96).

Stilles Örtchen
Ein Reisender fand in seinem Ferienhaus in Schweden ein Plumpsklo vor. Damit hatte er nicht gerechnet, war im Katalog doch von einer "Toilette" die Rede gewesen.

Seine Klage vor dem Landgericht Hamburg war erfolglos. Laut Gericht könne man nicht davon ausgehen, dass ein Ferienhaus in der freien Natur über fließend Wasser verfüge. Außerdem sei auch ein Plumpsklo eine Toilette (313 S 78/02.)

Oh oh oh, Du armer Floh...
400 Flohbisse will ein Urlaubspaar nach dem ersten Tag am Strand in der Dominikanischen Republik gezählt haben. Grund genug für dieses Paar, eine Klage vor dem Amtsgericht Köln auf Minderung des Reisepreises anhängig zu machen.

Das Amtsgericht Köln nannte die Sandflöhe nicht zu verhindernde Naturerscheinungen und wies die Klage ab (134 C 419/07).

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