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Donnerstag, 28 März 2019 10:23

Kein Abzug bei Online-Werbung

Bayern erreicht Klärung einer stritigen Steuerfrage in Berlin: Es wird keine zusätzlichen Belastungen für inländische Werbetreibende geben. Die Bekanntgabe erfolgte durch Finanzminister Albert Füracker.


Für viele Unternehmen in Deutschland ist Onlinewerbung unverzichtbar, um national und international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Rechtsfrage, ob bei entsprechenden Zahlungen an ausländische Anbieter vom inländischen Werbetreibenden ein Steuerabzug vorzunehmen ist, hat dementsprechend für Verunsicherung bei den Unternehmen gesorgt.

Auf Veranlassung Bayerns wurde eine Klärung auf Bund-Länder-Ebene erreicht. Jetzt steht endgültig fest, dass inländische werbetreibende Unternehmen keinen Steuereinbehalt bei Onlinewerbung vornehmen müssen. Das gab Finanzminister Albert Füracker vergangene Woche im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt.

Eine Verpflichtung zum Quellensteuerabzug hätte im Ergebnis bürokratischen Mehraufwand und in zahlreichen Fällen auch erhebliche Steuernachforderungen zur Folge gehabt. Um sicherzustellen, dass die Werbetreibenden bis zur Klärung auf der Bund-Länder-Ebene nicht steuerlich belastet werden, waren die bayerischen Finanzämter bereits zuvor angewiesen worden, diese Fälle offen zu halten.

„Die jetzt erreichte Klärung zwischen Bund und Ländern bedeutet, dass den inländischen Unternehmen unnötige steuerliche Mehrbelastungen im Zusammenhang mit der Onlinewerbung erspart bleiben“, unterstrich Füracker.
„Damit ist das Thema steuerpolitisch nicht mehr relevant und dürfte auch im Verwaltungswege erst einmal keine Rolle spielen“, fasst audalis-Partner Christian Brütting das Ergebnis zusammen. Trotzdem müsse die dahinterliegende sachliche Fragestellung noch erörtert werden, so der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. „Gegebenenfalls wird sich hierzu noch das Bundesfinanzministerium äußern.“