Donnerstag, 26 März 2020 14:50

Soforthilfen für Solo-Selbständige

Derzeit wird in den Medien sehr intensiv über die Soforthilfen für Solo-Selbständige, Kleinstunternehmen und Freiberufler berichtet.

In NRW soll der Antrag morgen, Freitag, den 27.03.2020 ab 12:00 Uhr mittags online gestellt werden können. Die Antragsfrist läuft dann zunächst bis zum 30. April 2020. Es gibt also insgesamt mehr als einen Monat Zeit, den Antrag zu stellen.

Bitte beachten Sie folgende wichtige Hinweise vorab:
Bei diesen Soforthilfen handelt es sich um nicht rückzahlbare Zuschüsse. Sie sollten den Antrag nur dann stellen, wenn Sie die oben genannten Voraussetzungen tatsächlich erfüllen. Anderenfalls besteht die Gefahr des Begehens eines strafbaren Subventionsbetrugs.

Die bloße Befürchtung, dass Sie von der Corona-Krise in den nächsten Wochen/Monaten betroffen sein könnten, tatsächlich aktuell aber noch gar nicht betroffen sind, erfüllt die Voraussetzungen nicht. Von einer rein vorsorglichen Beantragung ist deshalb grundsätzlich abzuraten.

Das Wirtschaftsministerium NRW hat auch angekündigt, dass die Anträge zwar sehr schnell und ohne intensive Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen bearbeitet werden, die Finanzämter aber bei der Bearbeitung der späteren Steuererklärungen Plausibilitätskontrollen vornehmen werden (z.B. gleichbleibend hohe Umsatzsteuer-Voranmeldungen in den kommenden Monaten trotz behaupteter Umsatzrückgänge, Überprüfung der Entwicklung des zu versteuernden Einkommens im Rahmen der Einkommen-/Körperschaftsteuererklärung am Ende des Jahres etc.).

Um das Vorliegen der Voraussetzungen auch später jederzeit belegen zu können, sollten Sie eine entsprechende zeitnahe Dokumentation führen, dass Sie (bei Antragstellung) tatsächlich von der Corona-Krise betroffen und damit die Zuschussvoraussetzungen erfüllt sind (z.B. dokumentierte Absagen von Auftraggebern, Ergebnis-/Liquiditätsplanungen für die nächsten Monate etc.).

In Zweifelsfragen stehen Ihnen Ihre Ansprechpartner im audalis-Team wie auch unsere Corona Task Force unter der email-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! natürlich gerne zur Verfügung.

Nachfolgend nun einige wichtige Informationen zu verschiedenen Aspekten rund um diese Soforthilfe:
Wer wird gefördert?

Anträge können von gewerblichen und gemeinnützigen Unternehmen, Solo-Selbstständigen und von Angehörigen der Freien Berufe, einschließlich Künstler/innen, mit bis zu 50 Beschäftigten (umgerechnet auf Vollzeitkräfte) gestellt werden, die im Haupterwerb

• wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen/Freiberufler/Selbstständige tätig sind,
• ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen haben und
• ihre Waren oder Dienstleistungen bereits vor dem 1. Dezember 2019 am Markt angeboten haben.

Was wird gefördert?
Die Unternehmen sollen bei der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz und Überbrückung von akuten Finanzierungsengpässe,n u.a. für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten u.ä., sowie dem Erhalt von Arbeitsplätzen durch einen Zuschuss unterstützt werden. (Zur Reduzierung von Personalkosten gibt es das Kurzarbeitergeld).

Voraussetzung: erhebliche Finanzierungsengpässe und wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona. Dies wird angenommen, wenn

• sich für den Monat, in dem der Antrag gestellt wird, ein Umsatz- bzw. Honorarrückgang von mindestens 50 Prozent verglichen mit dem durchschnittlichen monatlichen Umsatz (bezogen auf den aktuellen und die zwei vorangegangenen Monate) im Vorjahr ergibt. Rechenbeispiel: Durchschnittlicher Umsatz Januar bis März 2019: 10.000 Euro, aktueller Umsatz März 2020: 5.000 Euro

oder

• der Betrieb auf behördliche Anordnung wegen der Corona-Krise geschlossen wurde

oder

• die vorhandenen Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Unternehmens (bspw. Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten) zu zahlen (= Finanzierungsengpass)
Die Soforthilfe gilt für Antragsteller, die zum Stichtag 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten waren, aber danach in Folge des Ausbruchs von COVID-19 Schwierigkeiten hatten oder in Schwierigkeiten geraten sind.

Wie hoch ist die Förderung?
Die Soforthilfe erfolgt im Rahmen eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschusses. Sie ist gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten und beträgt für drei Monate:

• 9.000 Euro für antragsberechtigte Solo-Selbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten,
• 15.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten,
• 25.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten

Wie wird die Zahl der Beschäftigten gezählt?
Stichtag für die Berechnung der Mitarbeiterzahl ist der 31.12.2019. Zur Umrechnung von Teilzeitkräften und 450 Euro-Jobs in Vollzeitbeschäftigte:

Mitarbeiter bis 20 Stunden = Faktor 0,5
Mitarbeiter bis 30 Stunden = Faktor 0,75
Mitarbeiter über 30 Stunden & Auszubildende = Faktor 1
Mitarbeiter auf 450 Euro-Basis = Faktor 0,3

Der/Die Unternehmer/in selbst ist mitzuzählen.

Wie funktioniert das Antragsverfahren?
Das Antragsverfahren funktioniert vollständig digital. Antragsteller können ihren Antrag online auszufüllen und absenden. Sie erhalten im Anschluss eine automatisierte Eingangsbestätigung. Alle Anträge werden nach Eingangsdatum bearbeitet.

Der Link zum Antragsverfahren wird am Freitag hier und den Webseiten der fünf Bezirksregierungen (Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln, Münster) zur Verfügung gestellt.

Wichtiger Hinweis
Bitte senden Sie Ihren Antrag nicht postalisch oder per Mail an das Wirtschaftsministerium oder die Bezirksregierungen. Diese werden nicht bearbeitet. Ausgedruckte Anträge können nicht verarbeitet werden.
Welche Informationen werden für die Antragstellung benötigt?

• Zur Identifikation ist ein amtliches Ausweisdokument (Personalausweis, Reisepass, usw.) erforderlich.
• Im Rahmen des Antrags ist die Handelsregisternummer oder eine andere Registernummer (soweit vorhanden) sowie das zugehörige Amtsgericht anzugeben.
• Außerdem werden die Steuernummer des Unternehmens und die Steuer-ID eines der Eigentümer abgefragt.
• Informationen zur Bankverbindung (IBAN + Kreditinstitut) des Firmenkontos für die Auszahlung.
• Abgefragt werden außerdem die Art der gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit (sog. Wirtschaftszweigklassifikation). Weitere Informationen hier.

Im Rahmen des Antrags wird die Anzahl der Beschäftigten abgefragt. Hilfestellung bei der Berechnung der Vollzeitbeschäftigten s. oben.

Hinweis: Nordrhein-Westfalen fördert nach der Kleinbeihilfen Regelung des Bundes. Eine sogenannte De-Minimis-Erklärung ist nicht erforderlich.

Vorsorglich weist das Wirtschaftsministerium die Antragsteller auf seiner Homepage noch einmal darauf hin, dass der Antragssteller/die Antragsstellerin an Eides statt versichert, alle Angaben im Antragsformular nach bestem Wissen und Gewissen und wahrheitsgetreu gemacht zu haben.

Ihr audalis Team

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.