audalis Frühstart in Berlin

Korruptionsprävention für Unternehmer/innen

Im Rahmen unserer Reihe “audalis Frühstart“ in Berlin war Herr Kriminalhauptkommissar Jörg Lembke aus Hamburg unser Referent.

In seinem sehr lebhaften Vortrag hat er den Anwesenden die niedrige Schwelle einer strafbewährten Vorteilsgewährung gegenüber Amtsträgern aufgezeigt und ferner dargestellt, wo der Tatbestand der Bestechung im Wirtschaftsverkehr beginnt. Eingängig war ein Fall aus der Praxis, in dem ein Bauunternehmer zu Weihnachten seine Kunden angeschrieben hatte, um sich für die gute Zusammenarbeit im letzten Jahr zu bedanken. Ergänzend war ein Wunschzettel beigefügt, mit dem der Empfänger ein kleines Weihnachtsgeschenk ordern konnte. Aus Marketing-Sicht eine gute Idee, die aber von strafrechtlicher Relevanz war, weil bereits das Angebot einer Vorteilsgewährung gegenüber Amtsträgern (wie z.B. auch Mitarbeiter in Baubehörden) sanktioniert wird. Auf die Annahme des Vorteils kommt es nicht an. Ob der Marketing-Schachzug auch in der Privatwirtschaft den Tatbestand der Bestechlichkeit auslöst, hängt davon ab, wer Adressat des vorgenannten Wunschzettels ist.

Der Teilnehmerkreis war besonders erstaunt, dass man auch im Alltag an Stellen mit dem Thema Korruption in Berührung kommt, die man nicht erwartet:

Zu denken ist bspw. an das Abschiedsgeschenk für die Lehrer im Falle eines Schulwechsels des Kindes oder an das finanzielle Dankeschön am Jahresende ggü. Mitarbeitern der Müllentsorgung oder dem Schornsteinfeger.

Wir bedanken uns noch einmal bei Herrn Lembke für seinen praxisnahen Vortrag und können nach dem Feedback der Anwesenden ohne Übertreibung berichten, dass ein Jeder persönlichen Nutzen aus der Veranstaltung ziehen konnte.

 

RA Boris Pahn / WP/StB Thomas Kühn

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