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Werbung mit Testergebnissen nur zulässig, wenn die Fundstelle angegeben ist

Online-Werbung birgt zahlreiche Gefahren. In einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 24. März 2016 (AZ: 6 U 182/14) entschied dieses, dass die Werbung mit einem Testergebnis im Internet unzulässig ist, wenn weder die Fundstelle des Tests genannt wird, noch (wenigstens) eine Verlinkung auf den vollständigen Testbericht erfolgt. Bei Werbung, die diesen Voraussetzungen nicht gerecht wird, besteht daher die Gefahr einer wettbewerbsrechtlichen Abmahnung.

Bei dem Urteil zugrunde liegenden Sachverhalt warb ein Unternehmen im Internet mit Hilfe von Testergebnissen eines Online-Vergleichsportals für seine eigenen Produkte. Das Testergebnis selbst wurde in Form eines Siegels auf der Internetseite veröffentlicht. Weitere Informationen hinsichtlich der zugrunde liegenden Testdetails und Ergebnisse wurden jedoch nicht genannt. Weder eine Fundstelle des Testberichts, noch ein Link zu diesem wurde angegeben. Gegen diese Art der Werbung wandte sich ein Wettbewerber wegen Irreführung des Wettbewerbs und verklagte den Anbieter.

Das Oberlandesgericht gab dem Konkurrenten Recht. Es entschied, dass im geschäftlichen Verkehr nur mit Testergebnissen geworben werden dürfe, wenn dem angesprochenen Verbraucher die Möglichkeit gegeben wird, den zugrunde liegenden Originaltest aufzufinden. Eine solche Möglichkeit bestehe jedoch lediglich, wenn entweder die Fundstelle des Testberichts angegeben oder die Werbung mit der Fundstelle des Testberichts verlinkt werde. Entscheidend für diese Überlegung sei das schutzwürdige Interesse des Verbrauchers, welcher in die Lage zu versetzen ist, eine informierte geschäftliche Entscheidung zu treffen. Da dieses im vorliegenden Fall nicht erfolgte, entschied das Gericht, dass ein Wettbewerbsverstoß vorlag.

Bei der Werbung mit Testergebnissen sollte daher stets eine aktuelle Fundstelle angegeben werden. Hierbei ist zu beachten, dass bei Werbung mit Vergleichen und Testergebnissen weitere Vorgaben bestehen können. Werden diese nicht eingehalten, besteht die Gefahr einer wettbewerbsrechtlichen Auseinandersetzung.

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